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Tag 8 - meine Daten bei Facebook sind gar nicht sicher? OMG! (Teil 1)

Ja, heute will ich auch mal das Thema Facebook aufnehmen. Machen momentan alle. Kann also nicht falsch sein, oder? Und nein, keine Sorge, ich will hier jetzt nicht in das allgemeine „Facebook ist so böse“ Horn stossen. 

Leider musste ich meine Auszeit hier im Blog um 2 Tage verlängern, da mich irgendwas erwischt hat, das am Ende dafür gesorgt hat, dass meine Nahrung auf anderen Wegen den Körper verlassen halt, als gewohnt. Keine Sorge, ich erspare Euch die Details. Aber da war mir nicht nach schreiben. Nun aber zum Thema:

 

Meine Lütte ist 11 Jahre und hat seit Jahren ein eigenes Smartphone. Am Anfang noch ohne Sim-Karte als „ipod Ersatz“, weil der kindergerechte CD-Player mit Mikrophon ständig nach Ablauf der Garantie den Geist aufgab. Beim zweiten Gerät hatten wir übrigens das Mikrophon bereits nach dem Kauf abgebaut und ihr erklärt, dass dieser Player keins hätte. Auch Eltern müssen mal zur Notlüge greifen dürfen. Denn wer diese Funktion erfunden hat, hat keine eigenen Kinder im entsprechenden Alter oder ein „Kind im Ohr“, das er leise stellen kann.

 

Zumindest stellten wir recht schnell fest, dass das iPhone da deutlich praktischer ist. Das Töchterchen war deutlich schneller in der Bedienung eines iPhones als eines kindgerechten CD-Players. (Wer findet hier den Fehler?) Es ist ja auch viel einfacher, anhand der Bilder die Hörbücher und Volker Rosin Lieder auszusuchen als über den geschriebenenText auf der CD. Ja okay, auf der CD-Hülle sind auch Bilder. Am im Ernst? Wo lagen denn unsere Kassetten rum? Und unsere Schallplatten? Und eine CD ins Auto unter den Innenspiegel zu hängen war doch sicher auch eine Erfindung, die so gar nicht geplant war.

Also hat damals ein abgelegtes iPhone aus der ersten Serie den Weg ins Kinderzimmer gefunden. Und dabei ist es auch geblieben. Das iPhone ist Musikplayer, Hörbuch-Abspieler und manchmal auch Langeweile-Überbrücker im Wartezimmer beim Arzt. Und mittlerweile mit Sim-Karte und WhatsApp darauf. Warum eine Simkarte? Da komme ich an einem anderen Tag nochmal zu. Ich sag nur „Mimi“. 

 

Aber wir haben noch Glück. In der Waldorfschule wird durchaus darauf geachtet, dass diese Dinger nicht während der Schulzeit benutzt werden. Selbst Eltern dürfen ihre Handys auf dem Schulgelände nicht benutzen und werden hart angezählt, wenn sie dabei erwischt werden. Und ich berichte da aus eigener Erfahrung. Somit ist das iPhone meiner Lütten zum Glück nur Medienplayer und ab und zu auch zum Pokemon suchen mit dem Patchworkpapa bei einem Spaziergang oder eine Radtour da. Facebook, Instagram, Snapchat….alles noch kein Thema. Trotzdem weiß Apple schon heute, wann sie welchen Sachen hört oder spielt und vermutlich auch, wann sie wo ist. Denn erstaunlicherweise kommt das iPhone mittlerweile schon überall mit hin. Darauf angesprochen bekam ich zur Antwort, das sie das wohl von ihre Mutter übernommen habe und ein verlegenes Lächeln. Und was soll ich tun? Es ihr verbieten, wenn ich doch selber stets mein iPhone mit mir rumtrage? 

 

Also alles halb so wild? Nein, denn im Gegensatz zu unserer Generation, wird sich die Generation meiner Tochter nicht mehr über die Datenkraken aufregen, weil es doch völlig normal ist. Und wenn ich jetzt mal meinen Horizont nur ein klitzekleines bißchen erweitere und an meinen großen „Bonus-Sohn“ denke, der sogar ein knappes halbes Jahr jünger als mein Töchterchen ist aber dafür schon nach einem eigenen Facebook Account fragt, teilweise vier gleichzeitige Whatsapp-Gruppen aus seiner Schulklasse hat und der sogar Snapchat auf seinem Handy durchgesetzt hat, dann weiß ich, dass Marc Zuckerberg nur lange genug warten muss, bis unsere Kinder „groß“ sind. Dann sind „Datenkraken“ nützliche Helfer und nicht mehr „die Bösen“. Alles eine Frage des Blickwinkels….

 

Aber wir haben jetzt noch die Chance, unseren Kindern etwas die Richtung zu weisen. Wir können sie in ihrer Entwicklung und ihrer Grundeinstellung noch beeinflussen. Aber wohin denn bitte schön? Was ist denn nun eigentlich zukünftig richtig? Ist es nicht toll, wenn Amazon mir wirklich die Produkte vorstellt, die zur mir passen und Netflix mir wirklich die Serie Vorschlagt, die ich verschlinge. Was ist daran so schlimm?  Sind wir am Ende nicht quasi unsere eigenen Eltern, die uns zur Weißglut gebracht haben, weil sie einfach nicht verstehen wollten, warum ein Sender, auf dem den ganzen Tag Musikvideos laufen zum Überleben zwingend notwendig ist?

 

Erziehung in Zeiten des rasenden digitalen Wandels? Wer hilft uns eigentlich dabei? Gibt es dazu vielleicht eine Facebook Gruppe? 

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