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Tag 15 - Klassenfahrt & Hubschrauber

Diese Woche ist meine Lütte auf Klassenfahrt. Es geht nach Spiekeroog und wenn man sich die aktuelle Wetterlage mal ansieht, dann hat die Klasse mal so alles richtig gemacht. Bester Sonnenschein und ein laues Lüftchen und dann 5 Tage auf einer Nordseeinsel ohne Autos; manchmal kann das Schulleben echt hart sein.

Nach einer anfänglichen Euphorie begann ungefähr 2 Wochen vor Beginn der Klassenfahrt die „Angstphase“. Es ist zwar schon die zweite Klassenfahrt aber die letzte war „nur“ drei Tage und auch „nur“ 2 Stunden weit weg. Diesmal ganze fünf Tage und dann gibt es ja noch die Nordsee zwischen Kindern und Eltern. Also waren die letzten Tage vor der Klassenfahrt irgendwie recht unentspannt.

Als ich dann mein Töchterchen am Sonntag bei der Mutter abholte, um sie dann am Montag zum Bus zu bringen, hörte ich von der Mutter so Satzfragmente wie „….Fährunglück…….oder Busunfall……Sturmflut……“. Echt jetzt? Das Kind war zwar gerade nicht im Raum aber durchaus in Hörweite. Und schließlich spüren Kinder ja auch sehr gut, was uns Eltern so durch den Kopf geht. Die einzige Sorge, die ich hatte, war bis zu dem Zeitpunkt, dass das Heimweh zu groß wird und ich meine tränenüberströmte Tochter von Spiekeroog abholen muss. Und selbst das hielt ich für relativ unwahrscheinlich. Über solche Dinge wie Busunfälle oder untergehende Fähren hatte ich nicht einen Gedanken verschwendet. Bin ich deswegen vielleicht ein Rabenvater? Bin ich mir der wesentlichen Lebensrisiken für mein Kind nicht bewusst?

Am Morgen der Abfahrt hieß es früh raus. Der Bus sollte um 06:00 Uhr abfahren. Im morgendlichen Halbdunkel waren schon viele Eltern und Kinder mit Rollkoffern versammelt. Und was höre ich da in der aufgeregten Versammlung? Sätze wie „Erstmal gucken, ob der Busfahrer vertrauensselig ist“ oder „Ob die Bremsen von dem Bus wohl okay sind“. Von gestandenen Vätern! Ich war sprachlos. Fast. Denn ich konnte mir ein „die meisten Unfälle passieren eh auf der Fähre“ nicht verkneifen….

Tut mir leid. Ich war wirklich geschockt. Eine Klassenfahrt! Innerhalb Deutschlands! Mit drei Begleitpersonen. Mit einem Bus. Bei bestem Wetter. Da sollte man sich doch eher Sorgen um Heimweh oder Sonnenbrand machen als um den Busfahrer oder die Schwimmtauglichkeit der Fähre, oder? Oder ist das nur wieder der erneute Hinweis, dass ich mein Blog umbenennt sollte zum „Rabenvaterblog“?

Und wie gehen eigentlich die echte Helikoptereltern damit um? Buchen sie spontan Urlaub auf der Insel? Und was haben unsere Eltern sich damals für Sorgen machen müssen, als wir nach der Wende nach Prag gefahren sind. Mit der Deutschen Bahn, was an sich schon riskant genug ist. In den ehemaligen Ostblock. Das muss man sich mal vorstellen. Auch wenn wir älter waren, ein unglaubliches Wagnis nach heutigen Maßstäben.

Aber ich glaube……sie waren einfach froh über die Woche Ruhe von uns……oder?

 

Wie habt ihr die Klassenfahrten eurer Kinder erlebt? Und wieviel Panik gab es bei euch? Oder habt ihr die Zeit einfach genossen?

 

 

Ach ja, der GPS-Tracker (siehe dazu Tag 9) von meiner Lütten ist natürlich dabei…..mit Ladekabel…..! Gut, dass auf der Insel zumindest Hubschrauber erlaubt sind…..oder?

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