Tag 16 - Klassenfahrt & "the day after"

Überstanden. Das ist wohl der treffendste Begriff momentan zum Thema Klassenfahrt. Mit mehr als einer Stunde Verspätung kamen die Kinder dann doch wohlerhalten mit dem Bus wieder an. Kein Busunfall auf der A7, keine Piratenangriff auf die Fähre und auch keine überraschende Sturmflut haben das Wohlergehen der Klasse gefährdet.

Trotzdem war das Wiedersehen mit Tränen verbunden. Tränen der Erleichterung. Tränen der abfallenden Anspannung. Tränen der Freude. Aber trotzdem hörte ich in den Stunden danach vieles, was halt nicht so gut war. Keine Euphorie, keine Begeisterung, keine Freude über den nächsten Schritt zum Größer werden. Und seitdem frage ich mich, woran das eigentlich liegt?

Ich hatte als Einzelkind damals sicherlich auch anfänglich Heimweh, doch als ich dann nach Hause kam war ich ein Stück größer, etwas erwachsener und vor allem viel, viel cooler als vorher. Also kann es eigentlich an der Situation des Einzelkinds nicht liegen. 

 

Liegt es dann an der fehlenden Erfahrung woanders zu übernachten? Auch da kann ich sagen, dass ich es als Kind gehasst habe und vermieden habe wo es nur ging. Seit ich im Aufzug übernachtet habe, weil ich nachts wohl aus der Wohnung meines Freundes im zweiten Stock raus bin und dann nicht in die Wohnung meiner Eltern im Erdgeschoß kam und es mir dann mit Kissen und Bettdecke im Fahrstuhl gemütlich gemacht habe, war das Thema für mich eigentlich durch. Aber ich habe die Klassenfahrten trotzdem positiv in Erinnerung.

 

Liegt es also an der Trennungssituation? Macht der „Verlust“ von einem Elternteil durch die Trennung sensibler für solche besonderen Erfahrungen? Ist es schwerer, zwei „zu Hause“ zu verlassen als nur eins? Oder ist es allgemein schwerer, wenn man gar kein richtiges „zu Hause“ hat? Müsste man nicht viel lockerer damit umgehen, wenn man sowieso alle zwei Wochen die Koffer packt? Oder liegt es an den mitgegebene Ängsten und GPS-Tracker der Eltern? Sind am Ende die Eltern schuld?

 

Wie sind Eure Erfahrungen mit Kindern auf Klassenfahrt? Oder wie waren Eure ersten Fahrten? Mein Interesse ist geweckt. Ist es für Trennungskinder schwerer als für Kinder aus „ungetrennten Familien“.  (Ich wollte erst das Wort „intakt“ nutzen, dann „normal“….aber auch das passte irgendwie nicht. Komisch, dass es in den heutigen Zeiten keinen Begriff für die „ungetrennte Familie“ gibt. Denn wenn es so weiter geht, leben ja bald nur noch 50% der Kinder in dieser Familienkonstellation.)

Hattet ihr diesen einen Busunfall von dem alle immer reden? Oder ist eure Insel von eine Sturmflut überrascht worden? Oder gab es den Piratenüberfall? Und wie seid ihr damit klar gekommen, nur mit 20 oder 30 Pfennig in der Taschen und den Telefonzellen, die ständig besetzt waren? Und wie erging es Euren Kindern? Vielleicht traut Ihr Euch ja mal, hier in den Kommentaren Eure Erfahrung zu teilen. Klassenfahrt kennen wir ja alle. Und wenn nicht: Gerne per Mail an patchworkvater@gmail.com

 

Ich bin gespannt….

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