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Tag 20 - YouTube, Instagram, Snapchat & Influenza

Ja, YouTube…..Thema auf meinem Blog. Hat jetzt wenig mit der eigentlichen Patchworkthematik zu tun aber ich springe ja ganz gerne mal in das Thema Technik und die damit verbundene Veränderung unserer Welt. Und heute auch mal wieder die Frage, wie wir unsere Erziehung vielleicht anpassen müssen.

Wie komme ich darauf? Am letzten Wochenende konnte ich das erste Mal als Teil der Patchworkbande an einer großen Familienfeier meiner Frau teilnehmen. Und da kam das Gespräch mit den jüngeren Familienmitglieder auf das Thema „Soziale Netzwerke“, auf „Youtuber“ und „Influenza“ (Gesundheit!) und ich stellte fest, dass nicht mehr Peter Lustig das Maß aller Dinge im Bereich „Bildung aus Medien“ ist, sondern irgendwelche für mich völlig Unbekannten mit sechsstelligen „Abonnentenzahlen“ bei YouTube, Instagram & Co. Und ja, diese „Influenzer“ beeinflussen offensichtlich einen Großteil unseres Nachwuchs maßgeblich und mehr, als es Justus, Peter und Bob jemals bei mir geschafft haben. Was dort gesagt wird, ist Gesetz!

 

Und die letzten Tage kam ich auch immer wieder mit diesem Phänomen in Kontakt, da auch meine Bonus-Söhne maßgebliche Informationen zu den aktuellen Spielen, den Entwicklungen dort und den heute schon feststehenden Entwicklungen der nächsten 500 Jahren holen. Und wenn die Leute dort viel Abonnenten haben, dann müssen sie ja Recht haben. Geile Logik…..die will ich gar nicht auf die Bild-Zeitung ausdehnen. Nicht auszudenken, wenn die Recht hätten. Oder gar RTL2….

 

Aber jetzt mal im Ernst. Darüber musste ich mir bei meiner Tochter (noch) keine Gedanken machen, da sie YouTube und so noch gar nicht wirklich nutzt. Aber hier habe ich bemerkt, wie „Fake News“ gemacht werden. Da braucht man gar keine russischen Hacker, sondern nur ein paar spätpubertäre 16jährige, die sich selber beim Spielen aufnehmen und ihren Abonnenten die Welt erklären. Unsere „Jugend“ nimmt das mehr oder weniger ungefiltert auf und sieht das als völlig normal an. Und ich bin mir sicher, dass es keine Einzelfälle sind, mit denen ich am Wochenende Kontakt hatte, sondern dass es die große Mehrheit der aktuellen Jugend betrifft. Und das Schlimme: die Mädels und Jungs da bei YouTube haben halt mit dem was sie sagen immer Recht.  Ja, denn sie haben ja viele Abonnenten….ach ja, hatten wir schon.

 

Jetzt kann man einwerfen, dass sie ja noch jung sind und nicht wissen was sie tun….aber wenn ich den Weg zum Erwachsen werden richtig verstanden habe, dann werden doch gerade jetzt ganz wichtige Synapsen gebildet und werden auch heute die Grundsteine für die Werte und die Handelsmuster der Zukunft gelegt. Das bedeutet also, dass in zwei oder drei Legislaturperioden die deutsche Kanzlerin eine ehemalige Influenzerin sein könnte, die ihre Wähler schon mit 16 bei YouTube gewonnen hat. Mit Schminktipps? Okay, vielleicht gar keine so schlechte Entwicklung……

Nein, Spaß bei Seite! Wie gehen wir denn jetzt damit um. Wie erklärt man den ungezählten YouTube Abonnenten, dass ihre Idole dort mit vielen Dingen gar kein Recht haben aber mit dem Blödsinn einfach nur viel Geld verdienen? Und dass sie vielleicht auch das eine oder andere in die Welt transportieren, weil sie dafür von ihren Sponsoren einfach ein neues iPhone X bekommen? Öffnet diese Kultur nicht den ach so gefährlichen Fake News Tür und Tor? Und was können wir als Erwachsene, als Eltern dagegen tun? Vor allem, wenn wir die meisten „Influenzer“ gar nicht kennen. Ist so ein wenig wie bei der Grippe Impfung im letzten Winter. Leider der falsche Wirkstoff, also alles wirkungslos…..so ähnlich fühle ich mich gerade. Vielleicht kommt daher auch die begriffliche Ähnlichkeit???

 

Meine Argumente im Gespräch mit den jungen Leuten sind schal, ich kann eigentlich gar nicht mitreden und lande, wenn ich in die Diskussion einsteige am Ende beim gefürchteten „weil ich es sage und jetzt ab auf dein Zimmer!“ Okay, nein, soweit kam es noch nie. Aber am Ende…..fehlen mir die Argumente, die bei der Generation unserer Kinder zieht. Und das macht mir gerade ziemlich große Angst! Weil ich keine Ahnung habe, was sie da eigentlich gucken. Vielleicht bin ich aber auch völlig zu unrecht alarmiert und unseren Eltern ging es damals mit den Bravo Titelbildern ähnlich und sie wussten gar nicht, wer Tommy Ohrner eigentlich ist und was er so macht. Und vielleicht erledigen sich diese Phänomene auch wieder von ganz alleine? 

 

 

Was denkt ihr? Wie geht ihr da zu Hause mit um? Wisst ihr, was eure Kinder „online“ gucken? Und redet ihr darüber? Habt ihr einen Weg der gemeinsamen, kritischen Reflexion gefunden? Früher hätte man einfach noch heimlich „Dr. Sommer“ lesen können, um zu wissen was in den Köpfen der Kids vorgeht. Und jetzt? Die Bravo ist tot. Lang lebe Instagram, YouTube & Snapchat!

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