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Tag 32 - Es könnte alles auch einfach wunderschön sein....

Es war lange ruhig hier im Blog. Viel zu tun im Job und irgendwie auch kein „brennendes Thema“, das mich beschäftigt hat. Aber in den letzten Tagen kam mir der Gedanke, dass ich ja nicht immer von den schwierigen Situationen berichten muss, von den Dingen, die als Patchworkvater aus meiner Sicht „schwierig“ sind, sondern auch mal von den tollen Momenten. Und von den kleinen Fortschritten, die es ja doch immer wieder gibt.

 

Und daher berichte ich heute mal von dem Fahrradausflug aus der ersten Herbstferienwoche. Meine Frau musste arbeiten und meine Tochter war bei mir. Ich hatte Herbsturlaub und die Jungs waren alleine zu Hause. Da war es doch naheliegend, bei diesem wunderschönen, sonnigen Herbstwetter mal die Räder zu bewegen und mal alleine eine Tour zu machen….nur die Kinder und ich.

 

Soweit so gut. Morgens den Fahrradträger aufs Dach, zwei Räder auf den Clubby und los geht es. Dann vor Ort die Räder alle reisebereit machen mit Kettenfett und Standluftpumpe, wofür halt so der „Mann“ oft in der Familie verantwortlich ist. Klischee? Jepp. Aber trotzdem passend. Und irgendwie ja auch schön, so ein Klischee erfüllen zu können.

 

Und trotz Fortnite und Schulfreunden, die online waren, ging es freudig los zur naheliegenden Schleuse am Kanal. Wasser, Boote, Schleusenwärter….das klingt doch spannend. Und es lief wirklich gut. Alle waren gut drauf, keiner hat gestöhnt, wir haben die Räder geschoben, haben Hundehaufen an den Reifen entfernt, haben uns die Nase zugehalten, der Kleinste durfte anführen, durfte einfach auch mal neben mir fahren, durfte nach seinen Vorlieben die Nähe suchen, die Großen haben sich „groß“ gefühlt, haben gequatscht ohne „den Kleinen“, wir haben Wild im Wald und auf den Feldern gesehen, Kastanien gesammelt und ein buntes Picknick am Kanal gemacht. Wir haben Steine übers Wasser springen lassen, ich konnte den Jungs die richtige Technik dafür zeigen, wir konnten den vorbei fahrenden Schiffern zurufen, dass sie doch bitte in den Stichkanal abbiegen sollten, damit die Schleuse auch mal genutzt wird….was natürlich keiner uns zu liebe getan hat….wir hatten eine tolle Zeit…..bis es plötzlich knallte und dann zischte und ein Reifen geplatzt war. Einfach aus Altersschwäche. Und selbst die Situation haben wir gelöst ohne uns auf die Nerven zu gehen. Und für einen Vormittag waren aus zwei Familien eine geworden, war ich als Vater und väterlicher Freund gleichzeitig für alle drei da, gab es keine Konkurrenz, keine Missgunst sondern einfach nur eine gute Zeit zu dritt.

 

Und das ist es, was ich auch mal hier schreiben will. Es ist es wert, für die Patchworkbande zu kämpfen. Es ist es wert und es lohnt sich und es ist wichtig, dass man diese Momente bewusst wahr nimmt.

Wir hatten alle vier einen tollen Vormittag, haben danach noch zu fünft gegessen, gealbert, gelacht….fast wie eine „normale Familie“…..oder vielleicht sogar besser, als eine „normale Familie“. Wer weiß das schon? Wer will das denn beurteilen.

Patchwork kann wirklich einfach eine Bereicherung für alle sein. Vergesst das nicht!

 

 

P.S.: Der Beitrag lag jetzt einige Zeit unveröffentlicht auf dem Macbook….und so kommt es, dass morgen die Zeichen wieder auf Radtour stehen. Auf Kürbissköpfe schnitzen, auf Sonne und Herbst geniessen….wer weiß, vielleicht gibt das dann ja schon wieder so einen tollen Patchworktag. Ich werde berichten.

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